Gesundheit als Teil der Unternehmenskultur
Wie gelingt es Unternehmen, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken und gleichzeitig Absenzen vorzubeugen? Im Interview sprechen Judith Enßle von der Basler Kantonalbank, Anja Amann von SalutaCoach sowie Angelo Renfer von Funk über ihre Erfahrungen aus der Praxis.
Judith Enßle, Basler Kantonalbank
Judith Enßle leitet das Team HR Development im Konzern BKB, welches sich um alle Themen rund um Personal- und Organisationsentwicklung kümmert. Gemeinsam mit anderen HR-Mitarbeitenden hat sie 2024 die Konzerninitiative «FOKUS Gesundheit – weil deine Gesundheit mehr Aufmerksamkeit verdient» lanciert und als unverzichtbaren Bestandteil des Betrieblichen Gesundheitsmanagement im Konzern etabliert.
Anja Amann, SalutaCoach
Anja Amann berät Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Grösse und Branchen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Als Leiterin des Bereichs «Corporate Health» und stellvertretende CEO von SalutaCoach verbindet sie fundiertes Fachwissen mit einer praxisnahen und individuellen Begleitung. Gemeinsam mit dem SalutaCoach-Team begleitet sie den Konzern BKB seit 2024 beim Aufbau und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des BGM.
Angelo Renfer, Funk Gruppe
Angelo Renfer berät Unternehmen zu Personenversicherungen und Absenzenmanagement. Seine Schwerpunkte sind KTG, UVG/UVGZ, Ausschreibungen, Leistungsmanagement sowie die nachhaltige Reduktion von Absenzen. Mit praxisnahen Lösungen unterstützt er HR, Führungskräfte und Unternehmensleitungen bei der erfolgreichen Gestaltung von Gesundheits- und Risikomanagementprozessen.
Steigende Belastungen, zunehmende Kurz- und Langzeitabsenzen sowie veränderte Erwartungen der Mitarbeitenden haben den Konzern BKB dazu bewogen, das betriebliche Gesundheitsmanagement gezielt weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit SalutaCoach setzt der Konzern BKB auf präventive Angebote, individuelle Coachings und eine nachhaltige Gesundheitskultur. Begleitet wird die Zusammenarbeit durch Funk im Rahmen eines ganzheitlichen Human-Risk-Management-Ansatzes.
Frau Judith Enßle, warum hat sich der Konzern BKB entschieden, stärker in die Gesundheitsförderung zu investieren?
Die Pandemie hat unser Arbeitsverhalten und den Stellenwert von Gesundheit verändert. Themen wie Bewegung, Ernährung, ergonomische Arbeitsplätze und Präsentismus erforderten neue Perspektiven. Uns ist vermehrt bewusst geworden, dass Gesundheit weit mehr ist als die Vermeidung von Ausfällen. Unser Ziel war und ist es, unseren Mitarbeitenden konkrete Unterstützung zu bieten, Gesundheitskompetenzen zu stärken, ihre Eigenverantwortung zu fördern und präventiv zu handeln. Deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht, die professionell, nachhaltig und vertrauenswürdig ist.
Frau Amann, welchen konkreten Mehrwert bringt SalutaCoach für die Mitarbeitenden der BKB?
Ein wichtiger Faktor ist die Vertraulichkeit. Nicht jede gesundheitliche oder persönliche Belastung möchte man direkt mit dem Arbeitgeber besprechen. Als externer Partner schaffen wir einen geschützten Rahmen. Gleichzeitig sensibilisieren und befähigen wir Mitarbeitende, ihre Gesundheit bewusster wahrzunehmen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und selbst aktiv zu werden. Unser Angebot reicht von Gesundheits-Checks und Workshops bis zu individuellen Coachings. So können wir frühzeitig unterstützen, bevor aus Belastungen ernsthafte gesundheitliche Probleme entstehen.
Welche Veränderungen konnten Sie in den vergangenen Jahren beobachten?
Judith Enßle: Gesundheit ist heute viel stärker in unserem Arbeitsalltag verankert. Die Angebote werden aktiv genutzt und das Bewusstsein für das Thema ist spürbar gestiegen. Mitarbeitende berichten von positiven Veränderungen. Zudem sehen wir Hinweise darauf, dass eine frühzeitige Unterstützung dazu beitragen kann, längeren Ausfällen vorzubeugen und die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu unterstützen.
Anja Amann: Besonders erfreulich ist, dass Gesundheitsförderung zunehmend als normaler Bestandteil der Unternehmenskultur wahrgenommen wird. Themen, über die früher kaum gesprochen wurde, können heute offen adressiert werden.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfolgsfaktoren?
Ein erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement braucht Rückhalt auf allen Ebenen. Entscheidend sind die Unterstützung durch die Unternehmensleitung aber auch eine verbindliche Begleitung durch die Führungskräfte. Eine kontinuierliche Kommunikation sowie Angebote, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren sind genau so wichtig. Gleichzeitig braucht es die Flexibilität, Schwerpunkte laufend anzupassen und neue Herausforderungen frühzeitig aufzugreifen.
Was würden Sie anderen Unternehmen empfehlen?
Gesundheitsförderung sollte nicht als einzelnes Projekt betrachtet werden, sondern als langfristige Investition in die Menschen und in die Zukunft des Unternehmens. Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden und für eine langfristig erfolgreiche Organisation. Wichtig ist, einfach zu starten, auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu hören und auf erfahrene Partner zu setzen.
Angelo Renfer, was beeindruckt Sie an der Zusammenarbeit zwischen dem Konzern BKB und SalutaCoach besonders?
Mich beeindruckt vor allem, wie konsequent der Konzern BKB das Thema Gesundheit lebt. Es geht nicht um einzelne Aktionen, sondern um eine langfristige Entwicklung der Unternehmenskultur. SalutaCoach bringt dabei das nötige Fachwissen und die Nähe zu den Mitarbeitenden ein. Diese Kombination schafft echten Mehrwert und zeigt, wie erfolgreiche Prävention in der Praxis funktionieren kann.
Gemeinsam mehr Wirkung erzielen
Die Zusammenarbeit zwischen dem Konzern BKB, SalutaCoach und Funk zeigt, dass nachhaltige Gesundheitsförderung dann besonders wirksam ist, wenn Fachwissen, Prävention und Risikomanagement zusammenkommen.
Als Beraterin für Human Risks unterstützt Funk Unternehmen dabei, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, geeignete Lösungen zu entwickeln und gemeinsam mit spezialisierten Partnern die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden langfristig zu stärken. So entsteht Mehrwert, der weit über den klassischen Versicherungsschutz hinausgeht.
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