Schweizer Unternehmen mit Handlungsbedarf

Funk hat in einer Studie untersucht, wie es die Schweizer Unternehmen mit dem Risikomanagement halten. Ergebnis: Offenbar sind viele Unternehmen noch nicht auf der Höhe eines professionellen Risikomanagements.

In der Theorie ist man sich einig, wie ein nutzbringendes und effizientes Risikomanagementsystem ausgestaltet werden sollte. Die Anwendungen und das Mehrwertempfinden sind jedoch in der Praxis sehr unterschiedlich. Dies zeigt eine Befragung von rund 200 Unternehmen. Nachfolgend eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Risikomanagement stiftet Mehrwert

Zwei Drittel der Befragten erzielen einen Mehrwert für ihr Unternehmen. Im Gegensatz dazu betreibt der Rest ein Risikomanagement ohne spürbaren Nutzen. Dies weist auf einen ineffizienten bzw. inkonsistenten oder nicht auf das Unternehmen angepassten Risikomanagementprozess hin. Basierend auf den Aussagen der Unternehmen mit einem Mehrwert, wurden im Rahmen der Studie die Risikofaktoren für einen Best Practice Risikomanagementansatz identifiziert. Diese können nun als Richtlinie für die Einführung und Weiterentwicklung von Risikomangaementsystemen dienen. 

Risikomanagement benötigt keinen grossen Aufwand

Entgegen der weitverbreiteten Meinung zeigen die Studienresultate, dass sich die Ressourcen für ein Risikomanagementsystem in Grenzen halten. Nur etwa 20% der befragten Unternehmen sind der Ansicht, ihr Risikomanagement benötige zu viel Aufwand. Dieser kann zusätzlich durch eine effiziente Ausgestaltung des Risikomanagements nachhaltig gesenkt werden. 

Risikomanagement verstaubt

Die Erfahrung hat keine Auswirkungen auf den Mehrwert. Rund ein Drittel der Unternehmen, die über eine 10-jährige Erfahrung im Risikomanagement verfügen, kann dem Instrument keinen Mehrwert abgewinnen. Bei Unternehmen mit weniger Erfahrung ist der Anteil gleich hoch. Es ist zu vermuten, dass das Risikomanagement dem Wandel der Risikolage oftmals nicht angepasst wird und deshalb "verstaubt".

Gesamtrisikoposition weitgehend unbekannt

88% der befragten Unternehmen ermitteln die Gesamtrisikoposition gar nicht oder mit unzweckmässigen Methoden. Dies ist dann problematisch und existenzgefährdend, wenn die tatsächliche Gesamtrisikoposition eines Unternehmens viel höher ist als die Risikotragfähigkeit (Risikokapital, Eigenkapital und Liquidität). Anderseits könnt ein Unternehmen zu viel Risikokapital vorhalten, anstatt dieses produktiv einzusetzen (hohe Opportunitätskosten). Ein Simulationsmodell liefert die besten und realitätsnahesten Ergebnisse bei der Ermittlung der Gesamtrisikoposition. Damit lässt sich die Risikotragfähigkeit an die tatsächliche Risikoposition anpassen (und umgekehrt). 

Intrinsisch eingeführte Risikomanagementsysteme sind erfolgreicher

Wird das Risikomangement aus extrinsischen Gründen eingeführt – insbesondere aufgrund Kundenanforderungen – stiftet dieses nachweislich geringeren Mehrwert. Im Gegensatz dazu steht eine intrinsisch getriebene Einführung, welche den Mehrwert signifikant erhöht.

Spezialisierte Software optimiert Prozesse

Eine spezialisierte Risikomangementsoftware verbessert und automatisiert die Prozesse und steigert signifikant den Mehrwert. In der Praxis wird noch überwiegend Microsoft Excel eingesetzt (68%). Spezialisierte Softwarelösungen sind wenig verbreitet (18.8%).

Risikobewältigung erhöht Risikobewusstsein

Risikobewältigung bedeutet, für die identifizierten und bewerteten Risiken geeignete Bewältigungsmassnahmen zu definieren, umzusetzen, deren Wirksamkeit regelmässig zu überprüfen und zu bewerten. Dies wird überraschenderweise von rund einem Drittel der befragten Unternehmen nicht umgesetzt. Risikobewältigung eines Unternehmens verbessern, sondern auch das Risikobewusstsein der Mitarbeitenden stärken, die als Risikoverantwortliche in den Prozess einbezogen werden.

 

 

 



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Max Keller
Risk Management Consultant
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