Parametrische Versicherungen: Smarte Antwort auf den Klimawandel
Die zunehmende Volatilität des Klimas verlangt nach neuen Ansätzen im Risikomanagement. Parametrische Versicherungen bieten eine datenbasierte Lösung, die sich durch automatische Auszahlungen und klare Triggerpunkte auszeichnet. Für international tätige Unternehmen sind sie nicht nur eine Ergänzung zu bestehenden Programmen, sondern ein strategisches Mittel zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und zur Sicherung der operativen Kontinuität.
Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr – er betrifft Unternehmen heute, direkt und messbar. Extreme Wetterereignisse nehmen zu und stellen klassische Versicherungslösungen zunehmend auf die Probe. Werfen wir einen Blick auf eine innovative Antwort: parametrische Versicherungen. Sie bieten neue Möglichkeiten, Risiken schneller und gezielter abzusichern – besonders für international tätige Unternehmen.
Klimawandel als reale Bedrohung für Unternehmen
Extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Stürme oder langanhaltende Dürren nehmen weltweit zu – auch in Europa. Für Unternehmen mit internationalen Standorten oder Lieferketten bedeutet das: steigende Risiken, potenzielle Betriebsunterbrechungen und oft langwierige Schadenregulierungen. Klassische Versicherungen stossen hier zunehmend an ihre Grenzen.
Was sind parametrische Versicherungen?
Parametrische Versicherungen bieten eine innovative Lösung. Sie basieren nicht auf der konkreten Schadenermittlung, sondern auf objektiven, messbaren Ereignissen – etwa einer bestimmten Regenmenge, Windgeschwindigkeit oder Temperatur. Wird ein vorher definierter Schwellenwert erreicht, erfolgt die Auszahlung automatisch und schnell. Das bedeutet: Liquidität genau dann, wenn sie gebraucht wird – ohne langwierige Prüfprozesse.
Ein praktisches Beispiel: Ein Agrarbetrieb in Spanien kann eine Deckung abschliessen, die automatisch greift, wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 mm Regen fallen. In Südostasien wiederum nutzen Logistikunternehmen parametrische Policen, um sich gegen Taifune abzusichern – basierend auf Windgeschwindigkeiten, die von offiziellen Wetterstationen gemessen werden. Auch in Lateinamerika setzen Energieunternehmen auf solche Lösungen, um sich gegen Dürreperioden zu schützen, die die Stromproduktion aus Wasserkraft gefährden.
Vorteile für international tätige Unternehmen
Diese Art der Deckung eignet sich besonders für Unternehmen, die in klimatisch sensiblen Regionen tätig sind oder auf eine stabile Lieferkette angewiesen sind. Auch als Ergänzung zu klassischen Policen kann sie sinnvoll sein, etwa um die Zeit bis zur endgültigen Schadenregulierung zu überbrücken oder um nicht versicherbare Risiken abzufedern.
Strategische Ergäzung zu bestehenden Programmen
Besonders interessant wird die parametrische Versicherung, wenn sie als Ergänzung zu einem bestehenden internationalen Versicherungsprogramm eingesetzt wird. Sie kann gezielt dort greifen, wo klassische Policen an ihre Grenzen stossen – etwa bei hohen Selbstbehalten, langen Wartezeiten oder nicht versicherbaren Risiken. Für global tätige Unternehmen bietet sich so die Möglichkeit, ihre Risikostrategie zu diversifizieren und gleichzeitig die Resilienz zu erhöhen.