"Das Gesamtpaket muss überzeugen"

Die Balmer-Etienne AG ist das grösste kleine Beratungsunternehmen im Raum Zürich und Zentralschweiz. Funk hat das Unternehmen beim Wechsel von einer Vollversicherung zu einer teilautonomen Vorsorge begleitet. Weshalb sich Balmer-Etienne für diesen Schritt entschied, erläutert André Egli, Mitglied der Geschäftsleitung, im Interview mit Funk.

Als Unternehmen, das regelmässig die Wachstumsziele erreicht, sind Sie bestimmt im Recruiting von Talenten gefordert. Wie finden Sie das entsprechende Fachpersonal?

Auch in Treuhand, Prüfung und Beratung ist der Fachkräftemangel erkennbar. Wir finden unsere neuen Mitarbeitenden mittels intensivem Employer Branding, einer starken Marke, optimalen Rahmenbedingungen für die persönliche und fachliche Entwicklung und natürlich einem interessanten und spannenden Jobprofil.

Ist es jungen Mitarbeitenden überhaupt wichtig, wie Ihre Vorsorge ausgestaltet ist?

Ehrlich gesagt ist das Thema Vorsorge für junge Mitarbeitende eher zweitrangig. Entsprechend ist es unser Anspruch, insbesondere auch Leistungen bei Invalidität und Tod sehr gut abzusichern. So sind bei schwerwiegenden Ereignissen wenigstens Härtefälle finanziell geregelt.

Wichtig im HR-Management ist es auch, die guten Mitarbeitenden nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Wie bewusst wird der Vorsorgeplan als Teil des Gesamtangebots für Mitarbeitende positioniert?

Vorsorgeleistungen sind natürlich ein Thema, je nach Alter mehr oder weniger. Wir versuchen die Mitarbeitenden mit dem Gesamtpaket zu überzeugen respektive zu halten und nicht fokussiert mit einem Thema – zum Beispiel der Vorsorge. Die heutigen, vor allem jungen Mitarbeitenden stellen die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und Selbstverwirklichung über die monetäre Abgeltung (inklusive Vorsorge).

Balmer-Etienne hat sich entschieden, von der Vollversicherung in eine teilautonome Vorsorge zu wechseln. War der Zeitpunkt für den Wechsel freiwillig? Wenn ja, warum?

Ja – wir hatten den Entscheid bereits vor 5 Jahren getroffen und haben dann vor 4 Jahren gewechselt. Ich selbst finde das Produkt Vollversicherung nach wie vor sehr gut und eine Bereicherung für die Vorsorgewelt. In der aktuellen Tiefzinsphase waren wir aber der Meinung, dass die Zukunft für Vollversicherungen sehr anspruchsvoll wird. Somit haben wir nach ausführlicher Analyse entschieden, in eine teilautonome Vorsorgeeinrichtung zu wechseln.

Bei Balmer-Etienne als Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen sind die Mitarbeitenden das Kapital und müssen sich wohl fühlen. Wie wurden die Mitarbeitenden beim Entscheid der neuen Vorsorgelösung involviert respektive "abgeholt"?

Wir haben eine aktive Vorsorgekommission, welche mit den besten Vorsorge-Experten von Balmer-Etienne besetzt ist. Die Arbeitnehmervertreter bringen die Wünsche der Arbeitnehmer mit ein, was Leistungsverbesserungen zur Folge hatte. Somit wurde die Arbeitnehmerseite aktiv miteinbezogen. Weiter ist die ganze Belegschaft vorinformiert und mit Informationsveranstaltungen dann auch detailliert informiert worden.

Gab es Widerstände bezüglich der teilautonomen Lösung?

Verständnisfragen ja, aber keine Einwände. Das Feedback war durchgehend positiv.

Funk hat Balmer-Etienne bei diesem anspruchsvollen Projekt begleitet. Was waren Ihre Erfahrungen?

Sehr gute! Wir verfügen intern über entsprechende Fachspezialisten, welche die heterogene und anspruchsvolle "Vorsorgewelt" sehr gut kennen. Wir waren aber dennoch froh, mit einem kompetenten Partner zusammenzuarbeiten, welcher vor allem auch in der konkreten Umsetzung mithalf.

Es ist anzunehmen, dass die Vollversicherung in den nächsten Jahren ganz vom Markt verschwindet. Was empfehlen Sie Unternehmen mit Vollversicherung?

Vollversicherungen sind wie erwähnt sehr gute Produkte und haben ihre Berechtigung. Die Zukunft der Vollversicherung steht aber aufgrund des Tiefzinsumfeldes auf der Kippe. Wir empfehlen generell allen Firmen, die Vorsorgelösung periodisch (alle 3-5 Jahre) zu prüfen und den Markt zu testen. Nicht nur die Prämien entscheiden, sondern die Gesamtlösung. 

André Egli

André Egli ist Partner und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Balmer-Etienne-Gruppe. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und Sprachaufenthalten in Frankreich und den USA startete er 1997 seine Karriere bei der Balmer-Etienne-Gruppe. Dort bildete er sich auch zum dipl. Treuhandexperten weiter. Seit 2012 ist André Egli Partner. Neben diversen Referententätigkeiten und Fachpublikationen ist er auch Mitglied der Kommission Rechnungslegung und Revision der Fachzeitschrift "Schweizer Personalvorsorge". Seine Schwerpunkte gehen über die ganzheitliche Beratung KMUs und deren Eigentümer in Finanz-, Vorsorge- und Steuerfragen bis hin zur Beratung im Bereich der Digitalisierung und der digitalen Transformation.


Balmer-Etienne AG

Das grösste kleine Beratungsunternehmen Balmer-Etienne wurde 1948 in Luzern gegründet und beschäftigt heute 130 Mitarbeitende an den drei Standorten Luzern, Zürich und Stans. Die Balmer-Etienne AG ist gross genug, um anspruchsvolle und komplexe Fragen und Aufträge im Bereich Treuhand, Prüfung und Beratung professionell zu bearbeiten. Und sie ist überschaubar genug, um persönlich, direkt und schnell im Sinne der Kunden zu agieren. Zu ihren Kunden gehören KMU mit umfassenden Bedürfnissen, KMU-Eigner, öffentliche Körperschaften und Non-Profit-Organisationen. 


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